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Erfahrungen mit Algen.
Algen kann man mit geschenkt bekommenen Pflanzen
einschleppen und / oder durch falsche Bedingungen im
eigenen Becken begünstigen. Es gibt aber verschiedene
Arten von Algen und in der Praxis gehen die Meinungen
auseinander, was z.B. Schmieralgen sind und was nicht.

Ich habe mich jahrelang mit einem unappetitlichen, fast
schwarzen Belag herum geschlagen, welcher sich nicht
nur auf den Pflanzen, sondern auch auf dem Boden und
den Steinen sehr unangenehm bemerkbar machte. Dazu
kamen noch Bart- und Fadenalgen. Die Wasserwerte
schienen normal zu sein. Ursache war dann in erster Linie
der verunreinigte Boden. Anfänglich war es ein Bodenfilter
und später die Bodenheizung, welche dafür sorgten, dass sich im Laufe der Zeit Dreck ansammelte. Da half weder eine Veränderung des Lichts noch Chemie, um Algen zu vertreiben. Seither wird der Bodengrund regelmässig abgesaugt und alle zwei Jahre ausgewaschen oder ersetzt. Und was mir auch noch auffiel, war eine grosse Wurzel, welche immer dunkler wurde und beim Reinigen mit der Bürste eine schwarze Brühe hinterliess. Ich habe die Wurzel entfernt. Von einem erfahrenen Züchter habe ich gehört, dass solche Hölzer die Pinselalgen fördern, weshalb er seinen Kunden jetzt Attrappen aus Keramik empfiehlt. Weitere Erkenntnisse siehe unten bei "Bepflanzung". 

Sehr hartnäckig sind die Pinselalgen, auch Büschelalgen
genannt, denn diese frisst kaum ein Fisch und gegen
chemische Mittel scheinen sie immun zu sein. Da hilft
nur konsequente Ausrottung durch Wegschneiden gan-
zer Pflanzenteile sowie Absaugen vom Bodengrund.

Wenn die Algenplage einmal da ist, sind die Fehler be-
reits gemacht und eine Korrektur ist nachträglich schwie-
rig. Chemische Mittel (Algizit) vernichten zwar die Algen,
aber zugleich werden die Pflanzen geschockt und wach-
sen nicht mehr weiter. Darum ist es besser, das Becken
neu einzurichten und vielleicht wieder einmal die Leucht-
stoffröhren zu ersetzen.
  
Die Bepflanzung.
Grössere Pflanzen setzt man aus optischen Gründen in
den Hintergrund des Beckens. Schnell wachsend und
dekorativ ist das Kirschblatt. Dieses bildet bei richtiger
Behandlung ganze Gebüsche. Wenn die Blätter die Was-
seroberfläche erreichen, wird der Stiel oben um 5 bis 10
Cm gekürzt. Danach bilden sich Seitentriebe. Wird das
ganze Gebüsch entfernt oder zu stark dezimiert, wirkt
sich der Mangel an Pflanzen dadurch aus, dass sich wie-
der Algen ausbreiten. Sind die Pflanzen nachgewachsen und nehmen einen respektablen Raum im Becken ein,
dann verschwinden die Algen nach kurzer Zeit. Die mit
Algen befallenen Blätter müssen jedoch entfernt werden.

Fehler bei der Beleuchtung.
Schnell wachsende und gesunde Pflanzen vermeiden den
Algenwuchs, weil sie im Wachstum den Algen die Nähr-
stoffe streitig machen. Dazu braucht es genügend Licht,
einen regelmässigen Wasserwechsel und ausreichende
Düngung. Wer z.B. während den Ferien das Licht redu-
ziert, um den Wuchs der Pflanzen zu bremsen, muss
sich nicht darüber wundern, wenn er nach seiner Rück-
kehr eine Kloake vorfindet. Zu wenig Licht äussert sich
mit Braunalgen vor allem in den Ecken. Etwas Grünalgen
an den Scheiben ist hingegen fast normal. Siehe auch
die Seite "Licht". In meinem Amazonas-Becken dauert
die Beleuchtung 10 Stunden pro Tag. Am Nachmittag
wird eine Pause von vier Stunden eingeschaltet. Den
Fischen und Pflanzen ist dieser Unterbruch egal, die
Algen schätzen das aber gar nicht.

Algenfresser.
Es lohnt sich auf jeden Fall, Algen fressende Fische im
Becken zu haben. Diese bevorzugen jedoch nur ganz
junge Algen und die alten lassen sie stehen. Die roten
Platys (nur in alkalischem Wasser halten) zupfen den
ganzen Tag Algen und die Siamesische Rüsselbarbe hält
das Becken und die Pflanzenblätter sauber. Wenn dieser
Fisch über 10cm lang geworden ist und keine Algen
mehr vorfindet, frisst er statt dessen Pflanzentriebe !
  
Neu auf dem Markt ist die sog. "Schwarzfleck Schmerle" oder "Schwarzfleckbarbe" siehe Bild unten. Ich habe drei davon eingesetzt, nachdem sich Bartalgen breit gemacht hatten. Innerhalb weniger Tage hatten sie das Becken ge- putzt. Diese Fische sind sehr lebhaft und gern beisammen. Im Gegensatz zu anderen, eher dummen Fischen, betteln sie interessiert um Futter. Nachdem sie das Becken von Algen gesäubert haben, kommt auch bei dieser Sorte Fisch der Verdacht auf, dass sie mangels Algen junge Pflanzen- triebe heimsuchen. Wenn die Spitzen der Vallisnerien ab- gefresse werden, ist der Fall klar.
(Bild)  Ich ergänze jetzt mit Grünfutter und hoffe auf Besserung. Widrigenfalls landen sie im Becken der Malawis, wie die siamesischen Rüssel- barben damals auch. Dort finden sie Algen genug.

Crossocheilus Reticulatus  

Saures und weiches Wasser.
Algen stammen ursprünglich aus dem Ozean mit extrem
hartem und alkalischem Wasser. Inzwischen haben sie
sich den Süssgewässern der Binnenländer angepasst.
Wenn ihnen aber das Milieu zu weich und zu sauer wird,
geben sie den Geist auf. Aber nicht alle Fische vertragen solches Wasser. Einige bevorzugen hartes und alkali-
sches. Wenn man aber Fische pflegt, welche weiches
und saures Wasser lieben, hält man mit entsprechend
aufbereitetem Wasser und der Zufuhr von genügend CO2
den Algenwuchs unter Kontrolle.